2001 Raissa Akulowa „Glückwunschgravur GB“, Kischinjow. Verlag der Firma „GREGORY“
Die Zugehörigkeit zu den intellektuellen Künstlern bestimmt sowohl den Ansatz als auch die Regie und die Ordnung der stilistischen und technischen Mittel. Die Zeichen und Motive, die Arten des Aufbaus von Sujet und Komposition verändern sich, doch Klima und Rätselhaftigkeit bleiben bestehen. Die Präzision der gewählten Gestaltungsmittel bestimmt die Komposition, in der das Hinzufügen oder Entfernen eines beliebigen Elements die inhaltliche und künstlerische Ordnung zerstören würde. Die Gravur bildet das Denken und die künstlerische Haltung des Künstlers ab und wird als Botschaft des Autors an den Betrachter wahrgenommen. Die Beherrschung verschiedener Techniken und Materialien, die Hinwendung zu vielen Genres und Kunstformen sowie die Berührung mit der musikalischen Reihe ermöglichen es, frei zu experimentieren und Sujets, Bilder und Figuren zu kombinieren. Mehrfigurige Kompositionen stehen neben formal-tonalen Suchen. In dieselben „szenischen Kulissen“ versetzt, ergänzen sie einander nicht nur, sondern bestätigen auch den Kontrast und die bildhafte Geschlossenheit des surrealistischen Raums. Ein charakteristisches Merkmal der Kompositionen ist der dreidimensionale Raum, dessen Ausgangspunkt ein Ereignis oder eine emotionale Atmosphäre ist. Mit Hilfe „zerfallender Stäbchen“ werden nicht so sehr literarische als vielmehr bildnerische Vorhaben verwirklicht. Es entstehen Sphären, in denen sich Assoziationen, Symbole und Formen, die unmittelbar dem beschleunigten Rhythmus des Lebens untergeordnet sind, frei entfalten können. Eine grafische Interpretation des Aphorismus, in der Sujet und Figuren die Sicht erweitern und die strukturelle Stilistik die Möglichkeit gibt, die Teilhabe emotional zu empfinden. Der misslungene Versuch, irgendwelche Ideen auszudrücken, ist ein Impuls zur Vertiefung, Entwicklung und Verwirklichung neuer visueller Formen.