Ich erhebe keinen Anspruch auf eine ernsthafte Untersuchung des Schaffens von Valentin Alexandrowitsch Woizechowski, halte es jedoch für meine Pflicht, dieses Essay zum Gedenken an den Menschen, Architekten, Verdienten Kunstschaffenden der Moldauischen SSR, Wissenschaftler und meinen Professor zu verfassen, der seine besten Jahre der Wiederbelebung der Architektur und des Bauwesens im Moldau der Nachkriegszeit gewidmet hat.
Dieser Name trat im November 1967 für immer in mein Leben, als ich Valentin Alexandrowitsch zum ersten Mal bei der Verteidigung eines Diplomprojekts am Bautechnikum Kischinjow sah; in unserer Familie war dieser Name jedoch schon viel früher zu hören, da mein Vater als Bauleiter an seinen Objekten arbeitete.
Der Name W. Woizechowskis ist als der eines der ersten bessarabischen Architekten mit einem erfolgreichen schöpferischen Schicksal in goldenen Lettern in die Geschichte der Architektur Moldaus eingeschrieben. Nicht jedem gelingt es, etwa einhundert Projekte von solcher Bedeutung und auf einem solchen architektonischen Niveau zu verwirklichen. Die nach den Entwürfen des Baumeisters errichteten Wohn- und öffentlichen Gebäude wurden zu Akzenten im Stadtbild von Kischinjow, Soroca und Bălți. Sie können zu den besten Denkmälern der moldauischen Architektur und zu den Denkmälern der nationalen Baukunst gezählt werden.
Bei der Betrachtung der schöpferischen Tätigkeit W. Woizechowskis muss betont werden, dass all dies in der schwierigen Nachkriegszeit entstand und es ihm dennoch gelang, seine allerbesten Projekte zu verwirklichen.
Als wahrer Intellektueller verstand es Valentin Alexandrowitsch Woizechowski, um sich herum eine schöpferische Atmosphäre zu schaffen und Fachleute wie Studenten mit seiner Begeisterung anzustecken.
Er wurde am 30. November 1909 in Minsk in einer armen Angestelltenfamilie geboren. 1910 zog die Familie in die Stadt Soroca im Gouvernement Bessarabien. Hier besuchte er von 1916 bis 1927 das Gymnasium und arbeitete nach dessen Abschluss zwei Jahre lang als Grundschullehrer im Dorf Curișnița des Kreises Soroca.
1929 trat Valentin Woizechowski in die Bukarester Akademie für Architektur ein.
Als W. Woizechowski im dritten Studienjahr die Aufgabe erhielt, ein altes Baudenkmal zu vermessen und zeichnerisch zu dokumentieren, wählte er für seine Arbeit die Festung Soroca, zu deren Erforschung er viele Jahre später als gereifter Architekt zurückkehrte.
Das Bauwerk des mittelalterlichen Moldau wurde zum Leitmotiv seines gesamten schöpferischen Lebens.
Wegen seiner schwierigen materiellen Lage musste er während des Studiums viel als Zeichner und später auch als Assistent eines Architekten arbeiten.
Gemeinsam mit seinem Lehrer, dem bekannten Architekten I. Doicescu, entwarf er den rumänischen Ausstellungspavillon in New York und erarbeitete einen Wettbewerbsentwurf für den Zentralplatz in Bukarest. Er entwickelte Entwürfe für Wohnhäuser und Villen in der Hauptstadt Rumäniens. Einige von ihnen, die Ende der 1930er-Jahre errichtet wurden, schmücken bis heute die Straßen Bukarests.
Sein erstes bedeutendes verwirklichtes Projekt war jedoch eine Mittelschule in seiner Heimatstadt Soroca, die drei Jahre vor Woizechowskis Abschluss an der Akademie errichtet wurde.
Nach Abschluss seines Studiums kehrte W. Woizechowski 1938 nach Bessarabien zurück. Von 1938 bis 1939 arbeitete er selbstständig und professionell als Architekt der Diözese Bălți und befasste sich dort mit der Restaurierung von Sakralbauten. In dieser Zeit errichtete er eine Reihe ähnlicher Bauwerke im Norden Bessarabiens. Die bedeutendsten von ihnen sind das Baptisterium der Kirche der Heiligen Konstantin und Helena in Bălți sowie das Verwaltungsgebäude für die Geistlichen des Klosters Rudi.
Das elegante Baptisterium der Kirche ist wahrhaftig ein Meisterwerk der Sakralarchitektur. Das Streben nach einem monumentalen, strengen und zugleich festlichen Bauwerk ist deutlich erkennbar. Es scheint, dass sich gerade in dieser Zeit der eigenständige architektonische Stil des Meisters herausbildet, eigene Bauverfahren entwickelt werden und sich die Wege seines Selbstausdrucks bestimmen.
Die Jahre 1939 bis 1940 verbringt W. Woizechowski in Kischinjow in der regionalen technischen Abteilung. Anschließend ist er bis 1941 Architekt in der Abteilung für Investitionsbau des Volkskommissariats für Bildungswesen der Moldauischen SSR.
Nach dem 22. Juni 1941 wurde W. Woizechowski mit seiner Familie in den Kaukasus und danach nach Kasachstan (Dschambul) evakuiert, wo er als Lehrer für Zeichnen und technisches Zeichnen an einer Mittelschule arbeitete.
Mit seiner Rückkehr nach Moldau im April 1944 beginnt die fruchtbarste Periode seiner schöpferischen und später auch pädagogischen Tätigkeit. Er arbeitet als stellvertretender Leiter der republikanischen Verwaltung für Architekturfragen, anschließend als Chefarchitekt des Projektierungsinstituts „Moldawstroiprojekt“ und lehrt von 1964 bis 1976 an der Fakultät für Städtebau und Architektur des Polytechnischen Instituts Kischinjow.
ARCHITEKT
Der Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Region begann mit der Ausarbeitung von Generalplänen für die wichtigsten Städte. Der Architekt W. Woizechowski wird zum Autor des Generalplans seiner Heimatstadt Soroca.
1951 wurde vom Ministerrat der Moldauischen SSR der unter der Leitung des Akademiemitglieds A. Schtschussew entwickelte Generalplan für den Wiederaufbau der Stadt Kischinjow genehmigt. Nach Schtschussews Tod übernahm R. Kurz die Leitung dieser Arbeit. Der Architekt W. Woizechowski leistete einen enormen professionellen Beitrag zur Ausführung und Verwirklichung des beschlossenen Plans.
Seit der zweiten Hälfte der 1950er-Jahre begann in der Republik eine neue Etappe der Entwicklung der Baukunst, die durch den Übergang zur Bebauung der Städte mit Wohngebieten und Mikrorajons gekennzeichnet war. In der UdSSR wurden zu dieser Zeit neue Tendenzen im Bauwesen und in der Architektur eingeführt. An die Stelle der Blockrandbebauung mit symmetrischen Anordnungen von Objekten und Ensembles trat das Prinzip der freien Planung. Es entstanden fließende Räume und Platzfolgen; aufgrund des Fehlens von Privateigentum begannen die „Zäune“ zu verschwinden.
In Kischinjow begann die Bebauung neuer Flächen gleichzeitig in zwei Gebieten: Botanica und Rîșcani. Bis 1960 wurde es möglich, Botanica mit Großplattenhäusern und Rîșcani mit Großblockhäusern zu bebauen.
In dieser Zeit und unter diesen Bedingungen wurden unter aktiver Mitwirkung W. Woizechowskis die Projekte für die neuen Wohnmikrorajons Nr. 1 in Botanica (Decebal-Straße, Trandafirilor-Straße, Dacia-Boulevard) und Nr. 4 in Rîșcani (N.-Dimo-Straße, Moskauer Prospekt, B.-Voievod-Straße) mit jeweils 60.000 bis 80.000 Einwohnern entwickelt.
Der Mikrorajon Nr. 1 in Botanica war der einzige, in dem zunächst der experimentelle und anschließend der massenhafte Großplattenbau begann. Planerisch bestand der Mikrorajon Nr. 1 aus drei selbstständigen Teilen; die einheitliche Konzeption seiner Gestaltung wurde bereits in der Anfangsphase der Bebauung gestört. In der Selinski-Straße begann der experimentelle Bau von Großplattenhäusern des Kischinjower Werks für Stahlbetonfertigteile. Erfahrungen mit einer solchen Bebauung gab es nicht. Die gewählte Methode zur Errichtung der Wohngebäude erwies sich als erfolglos. Die Planung des Mikrorajons wurde in parallel angeordnete Häuserzeilen verwandelt und wirkte erstaunlich langweilig. Ein anderer, zum Park hin geöffneter Teil des Mikrorajons wurde mit Platten- und Skelettbauten aus Großblöcken bebaut. Er ist malerisch und wirkt aus der Ferne sogar festlich, doch aus der Nähe bringen die unterschiedlichen Oberflächen- und Farbgestaltungen der Platten Unruhe in die Gesamtkomposition.
Das Gebiet „Rîșcani“ umfasste mehrere Mikrorajons. Auf beiden Seiten des Gebiets war bereits 1960 ein Waldpark angelegt worden. Diese Anordnung ermöglichte es, alle Mikrorajons entlang einer Hauptverkehrsstraße zu platzieren, ihre rückwärtigen Teile zu den Waldparks hin zu öffnen und auf die Anlage großer Grünflächen innerhalb der Mikrorajons zu verzichten, wodurch sich die Bebauungsdichte erhöhte. Innerhalb des Mikrorajons Nr. 4 schlug W. Woizechowski die Errichtung eines großen Einkaufszentrums vor, doch wegen fehlender Mittel mussten die Geschäfte in die Erdgeschosse der Häuser an der zentralen Hauptverkehrsstraße integriert werden. Grundsätzlich wurde für den geplanten Mikrorajon eine fünfgeschossige Bebauung festgelegt; lediglich die Hauptverkehrsstraße, der Moskauer Prospekt, sollte mit neun- bis sechzehngeschossigen Häusern bebaut werden. Die neue Bebauung belebte das architektonische Erscheinungsbild des Gebiets erheblich.
Dies waren die größten städtebaulichen Arbeiten des Architekten, mit denen er offenbar aufgrund der genannten Umstände nicht besonders zufrieden war.
Parallel zur Erschließung neuer Gebiete, die die Stadt so dringend benötigte, erfolgten der mühevolle Ausbau und die Rekonstruktion des Zentrums. Gemäß dem Generalplan wurden neue Hauptverkehrsstraßen durchgebrochen: der Zentralstrahl (heute Renașterii-Boulevard), der Negruzzi-Boulevard und andere.
Einen großen Beitrag leistete der Architekt W. Woizechowski zur Bebauung der zentralen Straße der Stadt, des heutigen Ștefan-cel-Mare-Boulevards. Dazu gehören das Kino „Patria“ (1951), das Ministerium für Lebensmittelindustrie (gemeinsam mit dem Architekten P. Borissow, 1952), die Einfriedung des Kathedralenparks auf der Seite des Siegesplatzes (heute Platz der Großen Nationalversammlung, 1951), ein Wohnhaus mit 107 Wohnungen (1955–1959, Ștefan-cel-Mare-Boulevard) sowie die Lehrgebäude des Medizinischen Instituts (1956–1962).
Einen wichtigen Akzent bei der Gestaltung und Bebauung des Hauptplatzes setzte der Baumeister 1961 mit dem Bau des zentralen Warenhauses, später „Kinderwelt“ und heute das Geschäft „Gemeni“.
Alle Gebäude an der zentralen Hauptverkehrsstraße zeichnen sich durch eine klassische räumlich-körperhafte Lösung, eine architektonische Plastizität unter Verwendung der Säulenordnung und einen sachkundigen Einsatz lokaler Materialien aus.
Von besonderem Interesse ist das Gebäude des ehemaligen Ministeriums für Lebensmittelindustrie am Ștefan-cel-Mare-Boulevard. Es liegt zwischen der Armenischen und der Bulgarischen Straße und besitzt einen symmetrisch gelösten Grundriss mit einem Korridorsystem zur Erschließung der Diensträume. Das architektonisch-künstlerische Erscheinungsbild des Bauwerks zeichnet sich durch eine klare Raumkomposition und die Monumentalität seiner Baukörper aus. Bei der Formbildung des Gebäudes wurden die Mittel architektonischer Ausdruckskraft geradezu lehrbuchhaft eingesetzt – Gleichheit und Unterschiedlichkeit der Elemente, Metrum und Rhythmus sowie einzelne Arten von Symmetrie und Proportion. Die Monumentalität des Gebäudes wird durch eine durchbrochene Loggia betont, die sich über den Hauptkörper des Verwaltungsgebäudes erhebt und ausdrucksvoll über dem Haupteingang hervortritt. Bei der Fassadengestaltung wird neben dem traditionellen Baumaterial, dem Kotelez-Stein, gebrannte farbige Keramik verwendet. Das Bestreben, nationale architektonische Traditionen zu nutzen, ist deutlich erkennbar: Steinmetzarbeiten und Motive der dekorativen Volkskunst. Um dem Erscheinungsbild des Gebäudes mehr Feierlichkeit zu verleihen, arbeiten die Autoren alle Details und Oberflächen sorgfältig aus und finden in den Fensterumrahmungen und Säulenkapitellen die Proportionen für die Verbindung der Keramik mit dem reinen Kotelez-Mauerwerk. Eine taktvoll gewählte Farbpalette unterstützt die ästhetische Wirkung der Architektur. Die professionellen Lösungen, die beim Bau des Minpischtscheprom – wie dieses Objekt später abgekürzt genannt wurde – Anwendung fanden, spiegelten sich in einer ganzen Reihe von Bauten wider, die der Meister entwarf.
All diese Qualitäten lassen sich auch an den Wohnhäusern an der zentralen Hauptverkehrsstraße der Stadt, dem Ștefan-cel-Mare-Boulevard, erkennen. Angesichts der Bedeutung und des repräsentativen Charakters der Fassaden sowie der Unterbringung von Handelsbetrieben in den Erdgeschossen wurden die Gebäude mit großen Eingangsportalen, großformatigen Schaufensteröffnungen und Loggien über drei Ebenen ausgestattet. Die Verwendung von Gesimsen, keramischen Elementen in den Fensterzwischenräumen des fünften Geschosses und Rosetten bereicherte die Plastizität der Fassaden und verlieh der Komposition der Gebäude Geschlossenheit. All diese Verfahren unterstreichen den Charakter und Stil der modernen Architektur der 1950er-Jahre.
W. Woizechowski war ein großer Meister der architektonischen Ausstattung sowie der Verbindung von Stilen und Stilisierungen.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde in der Hauptstadt der Republik eine Reihe öffentlicher Gebäude rekonstruiert. Im Krieg zerstörte Bauwerke von architektonischem Wert wurden wiederhergestellt. Der behutsame Umgang mit Traditionen und Baudenkmälern war das Hauptprinzip, an dem sich der Architekt bei der Ausarbeitung seiner Rekonstruktionsprojekte orientierte. Beim Umbau des Gebäudes der Adelsversammlung, eines Baus aus den 1870er-Jahren, zum Kino „Patria“ veränderte der Architekt W. Woizechowski trotz der bestehenden Konfiguration der Fundamente die Planung. Im Grunde wurde ein völlig neues Gebäude errichtet, dessen kompositorische Grundlage ein großer Zuschauerraum mit 950 Plätzen bildete. Die Balkone des Kinosaals, ein kleiner Kinosaal mit 98 Plätzen und ein Konzertsaal befanden sich im zweiten Stock. Zum Kinokomplex gehörten außerdem ein Büfett sowie Verwaltungs- und Diensträume. Dem neuen Projekt lag die Tendenz zugrunde, das visuelle Erscheinungsbild und die Höhe des früheren Gebäudes zu bewahren. Die Fassadendetails sind klassisch und visuell mit dem benachbarten Gebäude verbunden. Im Außen- und Innenraum wurden ornamentale Verzierungen und dekorative Stuckelemente ausgeführt. Die Decke des großen Saals wurde mit großem Geschmack und feierlicher Wirkung gestaltet.
Mitte der 1950er-Jahre wurden in Kischinjow die grundlegenden Arbeiten zur Gestaltung des Zentralen Kultur- und Erholungsparks (heute Valea Morilor) abgeschlossen. Auf dem Gelände des Parks befand sich die Republikanische Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft (heute MoldExpo). Mit dem Entwurf des Hauptpavillons wurde der Architekt W. Woizechowski beauftragt.
Eine architektonisch-kompositorische Besonderheit aller Projekte W. Woizechowskis ist die ausschließliche Verwendung eines symmetrischen Kompositionsschemas bei der Planung von Gebäuden und Bauwerken. Vieles in seinem Schaffen wird verständlich, wenn man die Rolle bewertet, die er als Architekt der Zeichnung beimaß. Praktisch beruhte seine schöpferische Methode auf der Zusammenarbeit mit Künstlern und Bildhauern. Indem Woizechowski Elemente der Architektur und der bildenden Kunst der Vergangenheit stilisierte und synthetisierte, gelangte er folgerichtig zur „Synthese der Künste“, das heißt zur Verschmelzung der bildkünstlerisch-monumentalen und dekorativen Künste mit der Architektur. Bei der Arbeit an Projekten schuf er zahlreiche Vorvarianten, Skizzen und Zeichnungen. Der Architekt bemühte sich, die Traditionen der Monumentalkunst wiederzubeleben.
Dieses gesamte schöpferische Arsenal findet sich auch im Projekt des Ausstellungspavillons der Volkswirtschaft wieder. Das wichtigste und charakteristische Merkmal dieses Bauwerks sind die monumentalen Außenreliefs des Giebels und die Gegenreliefs an den beiden Risaliten links und rechts vom Haupteingang. Auf der Fassade wurden kraftvolle und zugleich taktvoll gestaltete mehrfigurige Kompositionen ausgeführt. Dem Architekten gelang es, die Fassadenkomposition durch plastische Ausarbeitung und Detaillierung auszubalancieren. Dieses Verfahren verstärkte den Eindruck der Brutalität des Bauwerks. Dies wurde damals als „Synthese der Künste“ bezeichnet.
Der Pavillon erschließt sich allmählich in seiner ganzen Vielfalt und zeigt seine Säle, welche die Errungenschaften der Republik widerspiegeln. Der Baumeister verstand es, sich als Künstler auszudrücken und räumliche Perspektiven sowie visuelle Effekte zu demonstrieren.
Ein solcher Zugang zur architektonisch-künstlerischen Ausdruckskraft des Gebäudes fand die Anerkennung der Fachleute.
Besonders eingehen möchte ich auf die Rekonstruktion des Zirkusgebäudes in der Straße des 25. Oktober (heute Mitropolit-Varlaam-Straße), in dem die Moldauische Staatsphilharmonie mit einem Saal für 1.000 Plätze untergebracht wurde (1960–1962). Dieses alte, unscheinbare Gebäude des ehemaligen Zirkus erfuhr erstaunliche Veränderungen. Die tragenden Metallsäulen, welche die Kuppel stützten und die Sicht im großen Saal beeinträchtigten, wurden beseitigt. Der äußere Baukörper erhielt durch den vorspringenden sechssäuligen Portikus des Haupteingangs eine lakonische und zugleich feierliche Gestaltung. Beim Betreten des erneuerten Zuschauerraums waren die auffallenden Veränderungen deutlich zu spüren. Der Innenraum erhielt eine neue, moderne Wirkung. Die früheren unnötigen konstruktiven Details und Elemente wurden entfernt. Mit neuen architektonischen Mitteln wurden die für Philharmoniesäle charakteristische Intimität und Behaglichkeit erreicht. Der Hauptsaal zeichnet sich durch ausgezeichnete Sichtverhältnisse und eine hervorragende Akustik aus. Durch den kühnen Rekonstruktionsentwurf W. Woizechowskis erhielt die Philharmonie zusätzlich einen kleinen Saal, einen neuen modernen Bühnenturm und eine ganze Reihe notwendiger Räume. Die gewählte Lösung bewahrte das architektonisch-künstlerische Erscheinungsbild des im unmittelbaren Stadtzentrum gelegenen Bauwerks.
Mit dem Anwachsen der Bevölkerung Kischinjows und der Entwicklung der sozialen und kulturellen Infrastruktur entstand ein Bedarf an neuen Kulturbauten. Ende der 1950er- und in den 1960er-Jahren erfüllt W. Woizechowski den gesellschaftlichen Auftrag zur Planung von Kinos: „Chișinău“ in der Benderskaja-Straße (heute „Haus des Filmschauspielers“, Tighina-Straße), „Tkatschenko“ in Staraja Potschta (heute „Fortuna“, Doina-Straße) und „40 Jahre Komsomol“ an der Kotowski-Chaussee (heute „Gaudeamus“, Hîncești-Chaussee).
Seit den 1960er-Jahren wurde im staatlichen Programm der Typenprojektierung Vorrang eingeräumt. Wegen der begrenzten Mittel wurden die Kinos nach diesem Prinzip entwickelt, das heißt, die Grundrisse unterschieden sich grundsätzlich nicht, während das äußere Erscheinungsbild variieren konnte. Darüber hinaus erfolgten Planung und Bau mit einem reduzierten Raumprogramm, ohne großzügige Foyers und Vestibüle sowie ohne ein entwickeltes System von Nebenräumen. Bauwerke dieser Art sollten modernen Anforderungen entsprechen und unter Verwendung lokaler Materialien ausgeführt werden: Kotelez-Stein, Glas und Metall. Es ist kein Zufall, dass sich ein so eigenständiger Meister wie W. Woizechowski im Rahmen eines streng reglementierten Planungsprozesses eingeengt fühlte. In diesen Objekten ist das Fehlen von Elementen der Inspiration zu spüren, ohne die echte Kunstwerke undenkbar sind.
Dies betrifft auch einige Gebäude des Medizinischen Instituts.
Es bleibt nur zu bedauern, dass unter der damaligen Politik nicht alle schöpferischen Möglichkeiten des Baumeisters zur Entfaltung kommen konnten.
Und dennoch findet der Architekt W. Woizechowski trotz der mächtigen industriellen Offensive und der engen Grenzen von Technologie und Wirtschaft Möglichkeiten, die Architektur der Gebäude und die Bebauungsplanung abwechslungsreicher zu gestalten und beachtliche städtebauliche Wirkungen zu erzielen. Bei der Planung von Objekten unterschiedlicher Bestimmung gelingt es ihm, eine ganzheitliche architektonisch-räumliche Komposition und eine funktional-planerische Struktur zu bewahren sowie das richtige Tragwerkssystem zu wählen. An Fassaden und in Innenräumen verwendet er weiterhin Werke der monumental-dekorativen Kunst. All dies geschieht vor dem Hintergrund der Nutzung neuer Baumaterialien.
Veränderungen auf dem Gebiet des Städtebaus fanden auch in anderen Städten der Republik statt.
Im bereits ausgebildeten Stadtzentrum von Bălți entwirft und errichtet der Architekt W. Woizechowski das Hotel „Oktjabrskaja“ und eine Reihe weiterer Objekte.
Gemäß dem Generalplan der Stadt Soroca wurde der Festung, einem Baudenkmal des Mittelalters, die dominierende Rolle in der Komposition des Stadtzentrums zugewiesen. Um sie herum wurde ein Uferpark angelegt, während die Errichtung öffentlicher Gebäude in einiger Entfernung außerhalb der Schutzzone des Denkmals vorgesehen war. Die Quartiere der neuen Wohnbebauung lagen in den neuen Stadtgebieten.
Anfang der 1960er-Jahre entwarf der Architekt in Soroca ein Kino. Der Grundriss erhält eine einfache rechteckige Konfiguration mit zwei Sälen, einem großzügigen Foyer und einem Zwischengeschoss. Das strenge Gebäude wird durch eine große Außentreppe geschmückt, die in die Kassenhalle führt. Um die Monotonie der Hauptfassade zu vermeiden, schlägt Woizechowski eine dekorative Balustrade und eine Attika vor. Bei diesem Objekt bleibt die stilistische Charakteristik unklar, die weit von der Säulenordnung und der dekorativen Sättigung früherer Objekte entfernt ist. Die schöpferische Entfaltung des Baumeisters wurde von der bevorstehenden Industrialisierung unterdrückt.
Das große Verdienst W. Woizechowskis besteht darin, dass es ihm stets gelang, eine fachgerechte Lösung zu finden: sei es bei der Ausarbeitung eines städtischen Generalplans, sei es bei der Planung oder Restaurierung eines Gebäudes.
Alles zeugt von hoher professioneller Meisterschaft in Verbindung mit der damaligen Innovationskraft und der Befolgung nationaler Traditionen.
WISSENSCHAFTLER
W. Woizechowski beschränkte sich nicht allein auf seine schöpferische Tätigkeit. Er verband die architektonische Planung ständig mit der Restaurierung und die wissenschaftliche Tätigkeit mit der Forschung. In dieser Arbeitsperiode bereitete er die Dissertation „Die Festung in Soroca“ vor.
Der Beitrag des Wissenschaftlers Woizechowski zur Wissenschaft seiner Heimatregion kann kaum überschätzt werden. Als einer der Ersten führte er eine grundlegende Untersuchung der Denkmäler der moldauischen Festungs- und Sakralarchitektur aus der Zeit ihrer stürmischen Entwicklung durch. Er bestimmte und formulierte ihre charakteristischen Merkmale und nationalen Besonderheiten. Er entwickelte ein allgemeines Schema der Entwicklung der Baukunst Moldaus. Auf die Arbeiten, die W. Woizechowski als Wissenschaftler hinterließ, können sich seine Nachfolger heute stützen und aufbauen. Die durchgeführten Untersuchungen ermöglichten es zweifellos, viele Lücken in der Kulturgeschichte der Region zu schließen.
Viele Ideen und Auffassungen, die in den Untersuchungen W. Woizechowskis enthalten sind, bildeten die Grundlage für die Arbeiten der Architekturforscher K. Rodnin, I. Ponjatowski, J. Taras und anderer.
Die wissenschaftlichen Arbeiten W. Woizechowskis werden in zahlreichen Archiven wissenschaftlicher Bibliotheken aufbewahrt. Eine seiner ersten Untersuchungen, „Baudenkmäler Moldawiens des 14.–18. Jahrhunderts“, wurde 1954 in der Zeitschrift der Akademie der Wissenschaften der UdSSR „Kurze Mitteilungen des Instituts für Geschichte der materiellen Kultur“ veröffentlicht. Die Kandidatendissertation „Die Festung in Soroca“, die im Archiv der Akademie der Künste in Sankt Petersburg aufbewahrt wird, war die erste ernsthafte Arbeit der Republik auf diesem Gebiet, erlangte allgemeine Anerkennung und nahm in vielerlei Hinsicht eine Reihe anderer Arbeiten vorweg, die in den folgenden Jahrzehnten veröffentlicht wurden.
Aufmerksamkeit verdienen die vom Autor ausgearbeitete Vergleichstabelle, in der die Grundrisszeichnungen aller Festungen des Dnistergebiets dargestellt sind, sowie das Schema der Lage der Festungsanlagen. Diese Materialien ermöglichten es erstmals, die Entwicklungswege der moldauischen Festungsarchitektur im 14.–16. Jahrhundert nachzuvollziehen.
Die detaillierte Untersuchung dieser Festungen ermöglichte es W. Woizechowski, die Zeit ihrer Errichtung, den Charakter der verwendeten Bautechnik und die Rolle der untersuchten Befestigungsanlagen im allgemeinen Verteidigungssystem des Fürstentums zu bestimmen sowie die Besonderheiten ihrer Architektur, Grundrisse und Konstruktionen zu analysieren.
Der wichtigste Vorzug der Arbeit besteht darin, dass der Autor auf der Grundlage einer sorgfältigen Untersuchung verschiedener Quellen die Entwicklung der Baukunst auf dem gesamten Gebiet des mittelalterlichen moldauischen Fürstentums wissenschaftlich analysierte.
Bereits zu Beginn seiner Untersuchung stellt W. Woizechowski fest, dass sich die Kunst Moldaus, einschließlich der Architektur, seit jeher durch Eigenständigkeit und spezifische künstlerische Besonderheiten auszeichnete. Selbst während der Unterwerfung des Landes durch die Türken wurden in den Bauwerken Formen bewahrt und weiterentwickelt, die sich während der selbstständigen Existenz des Staates herausgebildet hatten.
W. Woizechowski stellte fest, dass den Festungen Chotyn, Bender, Cetatea Albă und Orhei (Alt-Orhei) ein Rechteck als Grundriss zugrunde lag, während die etwas später errichtete Festung Soroca ein regelmäßiges Fünfeck bildete. Dies war kein Zufall und erklärt sich durch das Aufkommen von Feuerwaffen im Militärwesen, das eine Verbesserung der Befestigungstechnik erforderlich machte. In diesem Sinne stellte die Festung in Soroca einen einzigartigen Fall dar. Die Hinzufügung einer Seite und die Verwendung des Kreises im Grundriss der Hauptmauern der Festung sind eine bewusste Anwendung neuer technischer Kenntnisse und fortschrittlicherer Militärtechnik.
Nach eingehender Untersuchung der Sakralbauten und ernsthafter Analyse verschiedener Quellen gelangte der Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Kirche im Dorf Rădăuți das älteste Bauwerk ist und ihre Errichtung auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurückgeht.
In seinen Untersuchungen stellt W. Woizechowski fest, dass die Moldauer im Laufe der Jahrhunderte ihre eigene, originelle Architektur schufen und dabei von anderen das Beste übernahmen, was diese erreicht hatten. Die Baumeister Moldaus bewahrten die charakteristischen Besonderheiten der nationalen Baukunst. Unverwechselbar ist auch die Außenmalerei, bei der die gesamte Wandfläche vom Sockel bis zum Dach mit einer leuchtenden, festlichen Malerei geschmückt ist, die durch die Eigenart ihrer Sujets und ihre ungewöhnliche Farbpalette beeindruckt.
Auf den wissenschaftlich-technischen Konferenzen des Instituts hielt W. Woizechowski folgende Vorträge: „Der alte Plan der Stadt und die Festung Soroca“ im Jahr 1971, „Gotische Details in der Architektur der Festung Bilhorod-Dnistrowskyj“ im Jahr 1973 und „Neue Erkenntnisse über die Festungen des Dnistergebiets“ im Jahr 1974.
W. Woizechowski untersuchte und erarbeitete Material für eine Doktorarbeit zum Thema „Die Festungen des Dnistergebiets und die Verteidigung Moldawiens“.
PÄDAGOGE
Seine pädagogische Tätigkeit am Polytechnischen Institut Kischinjow begann W. Woizechowski 1964. Auf Initiative von W. Smirnow und W. Woizechowski erfolgte 1965 die erste Aufnahme von Studierenden in die Architekturabteilung. Es galt, praktisch aus dem Nichts neue Lehrstühle zu organisieren, mit der Ausarbeitung von Lehrprogrammen zu beginnen und den Lehrkörper zusammenzustellen. All dies sollte in der Gründung einer neuen Fakultät für Architektur und Bauwesen und vor allem in der professionellen Ausbildung von Architekten münden. Fast fünfzehn Jahre lang lehrte W. Woizechowski am Institut. Er begann als Dozent, wurde anschließend Lehrstuhlleiter und Dekan der Fakultät für Bauwesen.
Er hielt Vorlesungen zur Architekturgeschichte, leitete Lehrveranstaltungen im architektonischen Entwerfen und Diplomprojekte und nahm gemeinsam mit den Studenten an archäologischen Ausgrabungen der Festung Soroca und anderer wenig erforschter Denkmäler der Architektur und materiellen Kultur der Region teil. In dieser Zeit gelang es ihm, das Anwesen der Familie Lazo im Dorf Lazo (heute Sîngerei) zu rekonstruieren und wiederherzustellen, wobei er wissenschaftliche Forschung mit schöpferischer Tätigkeit verband.
Diejenigen, die Gelegenheit hatten, Vorträge oder Vorlesungen von Valentin Alexandrowitsch zu hören, hatten großes Glück. Der Stoff war sehr klar gegliedert. Seine Rede zeichnete sich durch Konkretheit und die Logik des dargelegten Materials aus. Der theoretische Teil wurde stets durch Tabellen, Schemata und Zeichnungen illustriert, die der Dozent selbst angefertigt hatte. Da er das Zeichnen hervorragend beherrschte, bot er uns eine ganze grafische Galerie von Baudenkmälern aller Zeiten und Völker. Er tat dies mit einer solchen Meisterschaft und Begeisterung, als entdeckte er selbst die Theorie und diese Darstellungen zum ersten Mal.
In jeder Vorlesung zog Professor Woizechowski stets Parallelen und Vergleiche, führte ein anschauliches, einprägsames Beispiel aus der Architekturgeschichte an und setzte damit gleichsam den erforderlichen Akzent. Er ließ keine Gelegenheit aus, ein Beispiel aus seiner eigenen Praxis anzuführen oder sich auf seine Autorität zu berufen. Die Themen, die er seinen Studenten erschloss, wurden durch sein eigenes Spektrum gebrochen, während seine Lebenserfahrung und Stellung es ihm ermöglichten, leicht und ungezwungen vorzutragen. Seine Vorlesungen zogen die Zuhörer durch ihren Informationsreichtum an und trugen dazu bei, dass die Studenten tiefer in die Geheimnisse ihres künftigen Berufs eindrangen. Diese berufliche Begeisterung steckte Zuhörer und junge Pädagogen an.
Valentin Alexandrowitsch verfolgte ständig den Verlauf des Lehrprozesses und bemühte sich, die Anstrengungen der Lehrkräfte auf die Ausbildung hochqualifizierter Fachleute zu richten. Er lud häufig junge Dozenten zu seinen Lehrveranstaltungen ein, besuchte selbst die Vorlesungen seiner Kollegen und führte anschließend eine Diskussion und Analyse des dargebotenen Materials durch. Bei der Betrachtung der pädagogischen Tätigkeit W. Woizechowskis muss betont werden, dass die Ausbildung der Fachleute in zwei Richtungen erfolgte: einer praktischen und einer historisch-theoretischen.
Ein ständiges Anliegen W. Woizechowskis war es, Lehrkräfte und Studenten an schöpferische, wissenschaftliche und Forschungsarbeit heranzuführen.
Professor Woizechowski selbst hielt häufig Vorträge auf den wissenschaftlich-technischen Konferenzen des Instituts und half jungen Kollegen bei der Vorbereitung. Seine wissenschaftlichen Auftritte waren eindrucksvoll. Natürliche Intelligenz und bemerkenswerte pädagogische Qualitäten verbanden sich bei ihm mit hohen Anforderungen und einer demokratischen Haltung gegenüber den Studenten als Gleichberechtigten.
W. Woizechowski führte die Praxis ein, Ausstellungen von Projekten und Kunstwerken zu organisieren, die von Studenten oder Lehrkräften geschaffen worden waren. Er organisierte Ausstellungen mit Werken professioneller Künstler, Maler und Grafiker, die dem damaligen Künstlerverband Moldawiens angehörten.
Bei der Ausbildung künftiger Architekten maß W. Woizechowski dem Zeichnen und der Malerei große Bedeutung bei, was zur Durchführung von Vernissagen und Begegnungen mit interessanten Menschen führte.
Viele Jahre lang fand an der Fakultät unter der Leitung W. Woizechowskis eine intensive schöpferische Arbeit statt. In jenen Jahren war es interessant und verantwortungsvoll, dort zu arbeiten und zu studieren.
Heute spürt man besonders deutlich, wie viel W. Woizechowski bei der Schaffung einer Architekturschule, bei der Ausbildung der studentischen Jugend und bei der Heranbildung von Architekturfachkräften geleistet hat.
LEHRER
Valentin Alexandrowitsch Woizechowski bestimmte meinen Lebensweg.
12. November 1967. Bautechnikum Kischinjow. Die Verteidigung der Diplomprojekte der Fachrichtung Architektur findet statt. Vorsitzender der Kommission ist der Architekt und zu jener Zeit bereits Dozent für Architektur am Polytechnischen Institut Kischinjow – W. A. Woizechowski. Im Korridor auf dem Weg zum Hörsaal, in dem die Diplomanden ihre Arbeiten verteidigen, teilen die Studenten einander die Eigenschaften des Vorsitzenden mit: prinzipientreu, pedantisch, mit großer praktischer Erfahrung.
Das Thema meines Diplomprojekts: „Leichtathletikhalle in der Stadt Kischinjow“. Wie es das Protokoll vorsah, verlas der Vorsitzende am Ende die Bewertungen nach den Ergebnissen der Verteidigung. Und plötzlich höre ich nach einer Pause: „Besonders hervorzuheben ist das Diplomprojekt des Absolventen Bosenko G. N. – ‚Leichtathletikhalle mit einer Fläche von 1.000 m² in Kischinjow‘. Dieses Projekt wurde von der Staatlichen Qualifikationskommission als bestes des Abschlussjahrgangs anerkannt. Bosenko G. N. ist zur Fortsetzung des Studiums am Polytechnischen Institut Kischinjow zu empfehlen.“ Ich hörte zu und konnte nicht glauben, was dieser Mensch sagte. Er sprach eindringlich und überzeugend, hielt geheimnisvoll inne und blickte in die Gesichter der Anwesenden.
In meiner „Tasche“ lag der Einberufungsbescheid zur Armee, zu der ich zwei Wochen später gehen sollte; der Wortlaut der ausgesprochenen Empfehlung erschien mir wie die Handlung eines Films. Dennoch war W. Woizechowski kämpferisch entschlossen. Man muss Valentin Alexandrowitsch zugutehalten, dass er niemals „leere Worte machte“ und alles zu Ende führte. So war es auch hier. Er verlangte, dass das Diplomprojekt zusammen mit einem Auszug aus dem Protokoll der Qualifikationskommission auf der Sitzung des Lehrstuhls für Architektur des Polytechnischen Instituts vorgelegt wurde.
Nur der Wille und die Beharrlichkeit W. Woizechowskis konnten das von ihm erdachte Szenario zu Ende führen. Er schlug auch vor, dass ich mein Studium am Institut sofort im zweiten Studienjahr beginnen sollte, da ich diese Fachrichtung am Technikum bereits 4,4 Jahre studiert hatte. Damals sah ich am Lehrstuhl zum ersten Mal W. F. Smirnow und spürte zum ersten Mal das Verhältnis zwischen zwei Titanen. Woizechowski erreichte eine positive Stellungnahme des Lehrstuhls „Architektur“ sowie eine wohlwollende Haltung des Institutsrektors S. Rădăuțan in dieser Frage; dieser war W. Woizechowski gewogen und begegnete ihm als Staatsmann, Wissenschaftler und Pädagoge mit großer Achtung.
So wurde ich am 11. Dezember 1967 als Student der Abteilung „Architektur“ immatrikuliert, wo ich fünf Jahre unter der „Aufsicht“ Valentin Alexandrowitschs verbrachte.
Erst nach fast fünfunddreißig Jahren verstehe ich, wie wichtig diese Begegnung mit einem zweifellos begabten Architekten, einer vielseitigen Persönlichkeit und dem Autor von fast einhundert Projekten für mich als angehenden Architekten war.
Damals nahm ich aufgrund meiner unerfahrenen Jugend nicht alles so wahr und verstand nicht alles so, wie es nötig gewesen wäre; doch nichts von dem, was er sagte, ging an mir vorbei oder ließ mich gleichgültig. Alles wusste ich erst später zu schätzen: den Beruf, die Professionalität und die menschliche Haltung.
Erst jetzt verstehe ich, über welch enzyklopädische Kenntnisse der Geschichte Bessarabiens dieser Baumeister verfügte; erst jetzt verstehe ich, welche Energie, welches Talent und welche Initiative dieser Professor besaß.
So seltsam es auch erscheinen mag, zu Lebzeiten Valentin Alexandrowitsch Woizechowskis war ihm die Architektengemeinschaft nicht besonders gewogen. Ich denke, dass er vor allem Eigenschaften besaß, die in diesem Milieu nicht besonders geschätzt werden. Er war intelligent, anständig und talentiert. Ich glaube, das ist jedem verständlich. Und zweitens – die staatliche Haltung. Diese Politik bekam die erste Kohorte bessarabischer Architekten im wahrsten Sinne des Wortes in vollem Umfang zu spüren: W. Woizechowski, R. Kurz, W. Mednek.
Nachdem sie ihre Ausbildung in Rumänien erhalten hatten, schufen und gestalteten sie mit diesem „Makel“ und gaben ihre Erfahrung an Kollegen und Studenten weiter.
Mein Institutsdiplom verteidigte ich vor Robert Jewgenjewitsch Kurz. Ich bin dem Schicksal dankbar, dass meine beiden Diplome von solch verdienten Baumeistern unterzeichnet wurden.
IN MEMORIAM
Einige Tage nach der Beerdigung Valentin Alexandrowitschs klingelte das Telefon. Es rief Berta Samsonowna Kononowa an; sie stellte sich als Ärztin und Freundin der Familie Woizechowski vor. Sie schlug mir vor, den Grabstein für den Architekten zu entwerfen, und sagte, Valentin Alexandrowitsch hätte es gefreut, wenn ich dies täte. Dem Wunsch entsprechend sollte seine Grabstele der Stele seiner Ehefrau Tatjana Alexandrowna Woizechowskaja, Verdiente Kunstschaffende Moldawiens, ähneln. Fast ein Jahr vor seinem Tod hatte W. Woizechowski dieses Denkmal entworfen und errichtet. Es bestand aus einer Komposition von drei mit Granitplatten verkleideten Quadern, die nacheinander aufeinandergesetzt waren. Der typografische Teil des Denkmals war professionell entworfen und ausgeführt.
Ich vermaß sorgfältig das bestehende Denkmal und die Fläche der gemeinsamen Grabstätte und begann mit der Suche.
Die ersten Entwurfsskizzen wurden gebilligt, woraufhin auch das endgültige Projekt ausgearbeitet wurde. Es umfasste zwei Denkmäler, die durch einen gemeinsamen, mit Granitplatten verkleideten U-förmigen Rahmen verbunden waren. Zwischen den Denkmälern wurde ein Pylon aufgestellt, der die „Achse“ der Symmetrie symbolisierte und zugleich die horizontale Spannweite des Rahmens stützte. In der verkleideten Fläche wurden zwei Rasenflächen ausgespart. Da die Vorderseiten der Denkmäler entgegengesetzt zu den Zugängen der Hauptallee ausgerichtet waren, wurde zusätzlich vorgeschlagen, die Familiennamen auf der Rückseite des Pylons, zur von der Allee kommenden Zugangsseite hin, anzubringen.
Mit der Ausführung des bronzenen Flachreliefs W. A. Woizechowskis wurde der Bildhauer Roman Manewitsch beauftragt.
Die Suche nach einem Hersteller für diesen Komplex begann. Damals war es nicht einfach, ein individuelles Grabmalprojekt zu verwirklichen. Genehmigungen, Abstimmungen, Lieferung – all dies hinterließ beim Auftraggeber seine Spuren. Nach und nach wurden viele Details vereinfacht, verschwanden oder wurden ersetzt. So geschah es auch mit dem beschriebenen Denkmal. Berta Samsonowna konnte diese „Mauer“ nicht durchbrechen. Auf den Pylon, den Rahmen und den von W. Woizechowski vorgeschlagenen Schriftcharakter musste verzichtet werden.
Und der Höhepunkt in der Geschichte dieses Denkmals für Verdiente Persönlichkeiten der Republik ist der Vandalismus der Nach-Perestroika-Zeit. Die bronzenen Reliefs wurden auf barbarische Weise abgerissen und gestohlen.
1985 schuf ich zum Gedenken an diesen herausragenden Pädagogen und Architekten ein Erinnerungs-Exlibris, das auf verschiedenen internationalen Ausstellungen gezeigt wurde. Mit dieser Arbeit wollte ich meinem Professor die gebührende Ehre erweisen und dadurch den Namen Valentin Alexandrowitsch Woizechowskis verewigen.
Literatur
Woizechowski W. A. Die Festung in Soroca. Ausgabe „Arbeiten“ (für 1960) des Staatlichen Historisch-Heimatkundlichen Museums der Moldauischen SSR. Verlag „Kartja Moldowenjaskė“, Kischinjow, 1961, S. 67
Woizechowski W. A. Die Festung in Soroca, Kandidatendissertation. Leningrad, 1965. Archiv der Akademie der Künste der UdSSR, Bestand 11, Findbuch 1, Aufbewahrungseinheit 731 – 149 S.
Woizechowski W. A. Der alte Plan der Stadt und der Festung Soroca: Materialien der Vorträge der VII. wissenschaftlich-technischen Konferenz des Polytechnischen Instituts „S. Lazo“, Kischinjow, 1971, S. 385.
Woizechowski W. A. Gotische Details in der Architektur der Festung Bilhorod-Dnistrowskyj. Materialien der Vorträge der IX. wissenschaftlich-technischen Konferenz /Polytechnisches Institut „S. Lazo“. Kischinjow, 1973, S. 312.
Woizechowski W. A. Neue Erkenntnisse über die Festungen des Dnistergebiets. Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschungen des Polytechnischen Instituts Kischinjow „S. Lazo“ für das Jahr 1973. Kischinjow. 1974, S. 288.
Grigori Bosenko
Architekt
Die vorgelegten Fotomaterialien sind Eigentum des Autors.
Verzeichnis der Abbildungen:
Kino „Patria“ (1951), Kischinjow, Ștefan-cel-Mare-Boulevard
Einfriedung des Kathedralenparks auf der Seite des Platzes der Großen Nationalversammlung, Kischinjow (Siegesplatz, 1951)
3 Ministerium für Lebensmittelindustrie, gemeinsam mit dem Architekten P. Borissow (Gebäude des Volkswirtschaftsrates, 1952), Kischinjow, Ștefan-cel-Mare-Boulevard
4 Ministerium für Lebensmittelindustrie (Gebäudefragment, 1952), Kischinjow, Ștefan-cel-Mare-Boulevard
5 Ministerium für Lebensmittelindustrie (dekoratives Element, 1952), Kischinjow, Ștefan-cel-Mare-Boulevard
6 Pavillon „MoldExpo“ (Zentraler Kultur- und Erholungspark, Hauptpavillon der Republikanischen Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, 1956), Kischinjow, Valea Morilor
7 Pavillon „MoldExpo“ (Zentraler Kultur- und Erholungspark, Hauptpavillon der Republikanischen Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Nachtansicht, 1956), Kischinjow, Valea Morilor
8 Pavillon „MoldExpo“ (Zentraler Kultur- und Erholungspark, Hauptpavillon der Republikanischen Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft, Relief, 1956), Kischinjow, Valea Morilor
9 Wohnhaus mit 107 Wohnungen (1955–1959), Kischinjow, Ștefan-cel-Mare-Boulevard
10 Wohnhaus mit 107 Wohnungen (Ansicht vom Ștefan-cel-Mare-Boulevard)
11 Hauptlehrgebäude des Medizinischen Instituts (1956–1962). Kischinjow, Ștefan-cel-Mare-Boulevard
12 Lehrgebäude des Medizinischen Instituts (1956–1962). Kischinjow, Ștefan-cel-Mare-Boulevard
13 Geschäft „Gemeni“ (zentrales Warenhaus, später „Kinderwelt“, 1961), Kischinjow, Ștefan-cel-Mare-Boulevard
14 Projekt des Warenhauses
15 Ansicht von der Seite des Platzes der Nationalversammlung
16 Moldauische Staatsphilharmonie (1960–1962), Kischinjow, Mitropolit-Varlaam-Straße
17 Projekt der Philharmonie
18 Kino „Dacia“ (1960–1962), Soroca
19 Projekt des Kinos
20 Festung in Soroca (Gesamtansicht)
21 Festung in Soroca (Fragment)
22 Grabmal der Familie Woizechowski (1977, Fassade 1)
23 Grabmal der Familie Woizechowski (1977, Fassade 2)
24 G. Bosenko bei der Arbeit am Entwurf des Grabmals der Familie Woizechowski
25 Von G. Bosenko geschaffenes Erinnerungs-Exlibris für W. Woizechowski (1985)